Die Errichtung der Hinrichtungsstätte
Seit 1937 fanden im Strafgefängnis Wolfenbüttel Hinrichtungen statt. Bis 1945 wurden hier 526 Menschen hingerichtet.

Auf Initiative des Leiters der Strafanstalt Wolfenbüttel, Hans Greiffenhagen, wurde die Hinrichtungsstätte eingerichtet. Das Gebäude existierte bereits vorher und beherbergte eine Schlosserei. Ab 1938 wurden die Todesurteile im Erdgeschoss vollstreckt. Die fünf Hinrichtungen, die 1937 stattfanden, wurden auf dem Gefängnishof durchgeführt.
Die Hingerichteten
In den ersten Jahren wurden vor allem kriminelle Straftäter exekutiert. Während des Zweiten Weltkriegs verschärfte sich die Rechtsprechung und viele neu eingeführte Tatbestände konnten mit dem Tod bestraft werden. Die Zahl der vollsteckten Hinrichtungen nahm deutlich zu. Nun zählten vermehrt sogenannte „Volksschädlinge“, „Kriegswirtschaftsverbrecher“ und „gefährliche Gewohnheitsverbrecher“ zur Gruppe der Betroffenen. Auch Widerstandskämpfer aus den besetzten Gebieten Europas wurden hier hingerichtet. Insgesamt kamen mit Kriegsbeginn immer mehr Verurteilte nicht aus Deutschland, sondern aus den besetzten Gebieten.
Nach der Hinrichtung
In manchen Fällen konnten deutsche Angehörige ihre hingerichteten Familienmitglieder abholen und auf eigene Kosten bestatten lassen. Die Leichname von mindestens 217 Hingerichteten wurden in das Anatomische Institut der Universität Göttingen zu Lehr- und Forschungszwecken gebracht. Die Leichen weiterer Hingerichteter wurden auf dem städtischen Friedhof Lindener Straße und auf dem katholischen Friedhof Am Jahnstein beerdigt.
Die Nutzung nach 1945
Nach 1945 blieb die Hinrichtungsstätte weiter in Betrieb. Während der britischen Besatzungszeit wurden 67 weitere Hinrichtungen vollstreckt, 44 davon durch die Guillotine. 23 weitere Männer wurden in der Kaserne an der Lindener Straße erschossen. In den 1950er Jahren wurde die ehemalige Hinrichtungsstätte als Entlausungsstation und später als Werkstatt genutzt.
Den Weg zur Errichtung der Gedenkstätte finden Sie auf unserer Seite Geschichte der Gedenkstätte/Erinnerungskultur.
