Historische Orte

Namenstafeln in dem ehemaligen Hinrichtungsraum in der JVA Wolfenbüttel
© Spiegler

Zu der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel gehören verschiedene historische Orte, die sich innerhalb und außerhalb der heutigen JVA befinden. Ein Teil der historischen Orte liegt im Sicherheitsbereich der JVA, daher sind sie für die Öffentlichkeit nur eingeschränkt zugänglich.

Das Strafgefängnis Wolfenbüttel

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über die heutige Nutzung der ehemaligen Räumlichkeiten des Strafgefängnisses Wolfenbüttel (heute: JVA Wolfenbüttel).

Nach 1945 blieb das Strafgefängnis Wolfenbüttel in Betrieb. Am 4. Juni 1945 übernahm die britische Militärregierung die Verwaltung der Stadt Wolfenbüttel und betrieb das Gefängnis weiter. Auch die Hinrichtungsstätte blieb bis 1947 weiter in Betrieb. Der Großteil der ehemaligen Gebäude des Strafgefängnisses werden heute von der Justizvollzugsanstalt weiter genutzt.

1990 wurde die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel gegründet. Zunächst waren die Räumlichkeiten der Gedenkstätte im Sicherheitsbereich der JVA angesiedelt, im sogenannten Hafthaus III. Dazu gehörten neben Büroräumlichkeiten auch eine ehemalige Gemeinschaftshaftzelle, drei Arrestzellen und ein größerer Bereich, in dem die Workshops der Gedenkstätte stattfanden. Auch das ehemalige Hinrichtungsgebäude wurde in die Führungen und Workshops eingebaut. 

Seit der Eröffnung des Dokumentationszentrums 2019 verlagert sich der Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit in die neue Dauerausstellung. Der inhaltlich-thematische Schwerpunkt liegt weiterhin auf dem Hinrichtungsgebäude und den historischen Stätten innerhalb der JVA. Im Jahr 2024 wurde eine weitere Ausstellung in der ehemaligen Todeshaftzelle 27 im Hafthaus I eingerichtet.

Sie wollen mehr erfahren über die Geschichte des Strafgefängnisses Wolfenbüttel? Dann schauen Sie auf dieser Seite vorbei.

Die Hinrichtungsstätte

Hier erfahren Sie mehr über die Nutzung der ehemaligen Hinrichtungsstätte.

© Spiegler

Die Gedenkstätte bietet regelmäßig Führungen zu den historischen Orten in der JVA an. Die ehemalige Hinrichtungsstätte bildet dabei den zentralen Kern dieser Führungen.

Die Besucher*innen betreten die ehemalige Hinrichtungsstätte durch den Gehilfenraum. Neben dem Raum des Scharfrichters können auch die Zellen besichtigt werden, in denen die zum Tode Verurteilten unmittelbar vor ihrer Hinrichtung untergebracht waren. Auch der ehemalige Sezierraum ist zugänglich. Dort können noch die originalen Fliesen an den Wänden begutachtet werden, die ursprünglich auch an den Wänden des Hinrichtungsraumes hingen.

Im ehemaligen Hinrichtungsraum ist der Standort der Guillotine erkennbar, der im Rahmen einer bauhistorischen Untersuchung 2015/2016 freigelegt wurde. Der Kern des Raumes bilden jedoch die Namenstafeln an der Wand, vor der früher der Richtertisch stand. Auf diesen Tafeln sind nach Jahreszahlen sortiert die Namen, Geburtsdaten und Geburtsorte der Hingerichteten aufgeführt. Die Personen stehen im Mittelpunkt des Erinnerns – und nicht das, was ihnen angetan wurde.

Bei Gedenkfeiern wie am 11. April, dem Jahrestag der Befreiung, werden im ehemaligen Hinrichtungsraum Kränze und Blumen niedergelegt. Viele Angehörige nutzen die Möglichkeit, um in persönlicher Weise um ihre hingerichteten Vorfahren zu trauern und ihnen zu gedenken.

Wenn Sie mehr über die Geschichte der ehemaligen Hinrichtungsstätte erfahren wollen, schauen Sie auf unserer Seite zur Geschichte des Hinrichtungsgebäudes vorbei.

Gedenkstätte Wolfenbüttel

nach oben