#ObjektGESCHICHTEN
Da die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Jahr 2020 längere Zeit für Besucher*innen geschlossen bleiben musste, wurde die Vermittlungsarbeit kurzerhand ins Digitale verlagert. Im Dezember 2020 startete das Team der Gedenkstätte die Videoreihe "ObjektGESCHICHTEN", in der Mitarbeiter*innen ausgewählte Objekte und Dokumente aus der Dauerausstellung "Recht. Verbrechen. Folgen. Das Strafgefängnis Wolfenbüttel im Nationalsozialismus" vorstellen und die Geschichten dahinter erzählen.
Die kurzen Videobeiträge widmen sich unterschiedlichen Themen wie dem Haftalltag im Strafgefängnis Wolfenbüttel, dem Arbeitszwang von Gefangenen, der 1937 eingerichteten Hinrichtungsstätte oder der gesellschaftlichen und individuellen Aufarbeitung von NS-Unrechtsurteilen. Dabei werden auch interaktive Medienstationen vorgestellt, die Besucher*innen zur eigenständigen Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes anregen sollen.
Alle Videos können Sie auf dem YouTube-Kanal der Gedenkstätte ansehen.
Geschichte erzählt. Wehrmachtjustiz
In der Kurzfilmreihe "Geschichte erzählt. Wehrmachtjustiz" stellen Mitarbeiter*innen der Gedenkstätte historische Orte und Lebensgeschichten von Personen im Kontext der nationalsozialistischen Militärjustiz in Wolfenbüttel und Braunschweig vor.
Soldaten der Wehrmacht unterstanden der Wehrmachtjustiz und wurden von Militärgerichten verurteilt. Auch im Strafgefängnis Wolfenbüttel waren zwischen 1940 und 1944 für kurze Zeit Wehrmachtsoldaten inhaftiert, die vom Kriegsgerichte der 471. Division in Braunschweig als Deserteure zum Tode verurteilt und auf dem Schießübungsplatz der Wehrmacht in der Buchhorst, einem Waldstück bei Braunschweig, hingerichtet wurden. Weitere 25 vom Militärgericht verhängte Todesurteile wurden im Strafgefängnis Wolfenbüttel vollstreckt.
Erst mit der Aufhebung der Urteile der Wehrmachtjustiz gegen Kriegsdienstverweigerer, Deserteure und "Wehrkraftzersetzer" durch den Deutschen Bundestag im Jahr 2002 wurden die Betroffenen als Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft offiziell anerkannt.
Die Kurzfilmreihe erinnert an das Schicksal von fünf Menschen, die wegen Fahnenflucht hingerichtet wurden und zeigt das geschehene Unrecht auf.
Alle Videos können Sie auf dem YouTube-Kanal der Gedenkstätte ansehen.













